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Rezensionen, Kritiken und Berichte der Presse (Auswahl) |
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Vom Paderborner Dom |
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Zum Schlusskonzert des 46. Orgelzyklus im Hohen Dom zu Paderborn in Verbindung mit dem städtischen “Festival Musica Sacra” am Montag, den 26.September 2005 |
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Das Thema „Da pacem, Domine – 60 Jahre Frieden“ gab dem Orgelkonzert von Domorganist Gereon Krahforst das programmatische Gesicht als Finale des 46. Orgelzyklus an den Domorgeln, welches sinntragend in das Paderborner Festival „Musica sacra 2005“ integriert wurde. Krahforst spielte Werke von Alain, Ahrens und Regers „fis-Moll Variationen und Fuge op.73“ als Großwerk. Alains „Trois Danses“ meditieren auf recht eigentümliche Art das Motto des Orgelzyklus, lassen sich gedanklich offensichtlich wohl im Hinblick auf die auf den Entstehungsprozess mit der Friedenssehnsucht verknüpfen, Alain starb 29-jährig als französischer Soldat im 2. Weltkrieg – die Tänze entstanden in den Jahren 1937 bis 1940. „Joies“ – Freude, der erste Tanz zeigt in seiner Farbigkeit jene Zuversicht, der Domorganist Krahforst in dem akkordischen Beginn, mehr noch in dem rhythmisch bewegten Tanzpassagen Ausdruck verlieh; hier wie auch in der elegischen Meditiation „Deuils“ – Schmerzen entfaltete Gereon Krahforst die sprichwörtliche Expressivität dieses jungen begabten Komponisten, gestaltete überdies die bitonalen Wendungen in den Melodielinien und das rasante Aufbäumen mit einer bemerkenswerten Spannkraft, die sich überzeugend im letzten Tanz „Luttes“-Kampf darstellte – Ausdruck der inneren Bedrängnis des Soldaten. Mit Joseph Ahrens Choralpartita „Verleih´ uns Frieden gnädiglich“ spielte Krahforst ein substantiell kontrapunktisches Werk – nur die Chororgel erklang und erwies sich als transparentes, die verschiedenen Variationstechniken sehr gut vermittelndes Instrument. Krahforsts Interpretation überzeugte durch sein analytische Verständnis der Variantenbildung, die er in den Bordunquinten, in der Ostinato –Technik und in den stark rhythmisch bestimmten Variationen fesselnd entfaltet. Geradezu zwingend erklang in den leisen Flöten der Choral als letzte Variation, die in Not nahezu verstummenden menschliche Existenz angesichts des bedrohten Friedens. Die ganze orchestrale Kraft der Turm- und Chororgel spielte Krahforst in einer außerordentlich geschlossenen, spannenden und zugleich überzeugenden Interpretation der Regerschen „fis-Moll-Variationen und Fuge op 73“ aus. Dieses orchestrale, ja symphonische Großwerk, eines der ausladensten und technisch anspruchsvollsten Werke Regers, zeigte Krahforst als einen „wirklichen“ Reger-Interpreten, in dessen Spiel sich Klangsinnlichkeit der deutschen Orgelromantik, harmonische Durchdringung und Sinn für die Architektur des Großwerkes miteinander verbinden; welch´ wunderbaren Streicherklänge wurden schon in der Einleitung gegeneinander ausgespielt, welch´ großartige Steigerungen entfaltete Gereon Krahforst in den erruptiven hochkomplexen Ausbrüchen, die immer wieder zu einer empfindsamen Intimität zurückfinden. In der Interpretation dieses 30-minütigen farbenreichen Tongemäldes bewies Krahforst seine volle organistische Meisterschaft, zwingend gestaltend und überdies in der Konzentration der vollendeten Schlussfuge Sinn für glanzvolle Polyphonie; Domorganist Gereon Krahforst lotete die unendlichen Dimensionen eines orchestralen Großwerkes so tiefschürfend aus, dass die Einzigartigkeit Regerschen Schaffens in seiner überaus stringenten und atemberaubend-virtuosen Interpretation den verdienten stürmischen Beifall des Publikums herausforderte. Günter Kunert |
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